Eustory-Jahresversammlung 2017

18.-21.5.17 in Lissabon

Wie jedes Jahr trafen sich die Vertreter und Vertreterinnen von etwa 20 europäischen Ländern, in denen ähnliche Geschichtswettbewerbe wie HISTORIA durchgeführt werden, zum Austausch und zu Information und Diskussion über die Weiterentwicklung des Geschichtsnetzwerkes Eustory. Lissabon empfing uns mit prächtigem Sommerwetter, so dass die wunderbare Lage der Stadt am Ufer des breiten Tejo gut zur Geltung kam.

Am Donnerstag erlebten wir eine eindrückliche Führung im Aljube-Museum über Repression und Widerstand in der langen Zeit der Salazar-Diktatur, die erst 1974 mit der sogenannten Nelkenrevolution zu Ende ging. Beim gemeinsamen Abendessen wurden die neuen Teilnehmer vorgestellt und begrüsst, u.a. der irische Vertreter, da Irland als Neumitglied aufgenommen wurde.

Freitag und Samstag trafen wir uns in Belem, einem Vorort von Lissabon, wo für uns ein Tagungsraum im geschichtsträchtigen Denkmal zur Kolonialgeschichte (“Padrao dos Descobrimentos“) reserviert war.

Die Körber-Stiftung in Hamburg, welche Eustory finanziert, war durch Stiftungsrat Thomas Paulsen vertreten. Er betonte, dass die Körber-Stiftung Eustory weiterhin kräftig unterstützen werde, als Investition in die Jugend, um freie Gesellschaften und internationale Kontakte zu stärken. Konkret soll das Netzwerk in diesem Jahr mit Georgien und Moldawien vergrössert werden und die Sichtbarkeit von Eustory durch einen jährlich stattfindenden „Eustory Youth Summit“ in Berlin mit jeweils etwa 100 jugendlichen PreisträgerInnen verstärkt werden. Auch unsere PreisträgerInnen erhalten übrigens dieses Jahr die Chance, kostenlos daran teilzunehmen. Zusätzlich sollen regelmässig „Körber History Conferences“ zur europäischen Verständigung mit wichtigen Politikern stattfinden. Eine erste ist bereits Anfang Mai in Berlin über die Bühne gegangen.

Prof. Irene Flunser Pimentel  hielt ein spannendes Referat über die Charakteristika und den Alltag in der Salazar-Diktatur, die portugiesischen Kolonialkriege und die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen bis heute. Anschliessend erfolgte eine Führung durch die aktuelle Ausstellung des Denkmals mit eindrücklichen Bildern und Texten zum Rassismus in den portugiesischen Kolonien.

Der offizielle Teil wurde am Freitag mit Kurzpräsentationen zum Stand der Geschichtswettbewerbe in den einzelnen Ländern, die Mitglieder bei Eustory sind, abgeschlossen. Beeindruckend waren etwa Norwegen, wo jedes Jahr etwa 800 SchülerInnen zum Thema „My Family in History“ Arbeiten einsenden, oder Deuschland, wo 1600 Einsendungen zum Thema „Religion in der Geschichte“ sich schwerpunktmässig mit der Kirche in der NS-Zeit und der Reformation auseinandersetzten. In der Slowakei schickten 90 SchülerInnen historische Fotos aus Privatarchiven mit schriftlichen Kommentaren ein, die in einer grossen, von 20000 Leuten besuchen Ausstellung gezeigt wurden. Interessant waren auch Dänemark, wo eine Facebook-Gruppe für Hilfe bei den Arbeiten im Entstehen ist, oder die Ukraine, wo die eingeschickten Arbeiten in den Dörfern und Städten, wo Forschungsarbeit geleistet wurde, präsentiert werden.

Der Samstag war für den Erfahrungsaustausch unter den Eustory-Mitgliedern und die Information über die Angebote und die Weiterentwicklung des Netzwerks reserviert.

Motiviert zur Weiterarbeit, und auch angeregt durch die vielen Gespräche untereinander, machte ich mich auf den Weg zum Flughafen.

Christiane Derrer, Präsidentin von HISTORIA